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Musik-Empfehlungen August 2016: Audiophile Tonträger

Haben Sie sich je gefragt, was den Unterschied zwischen High End-Tonträgern im Vergleich zu normalen Tonträgern ausmacht? Unser Kollege Andreas Paar, der seit über 20 Jahren in der LUDWIG BECK-Musikabteilung den Bereich Audiophile Tonträger betreut, hat als Gitarrist ein geschultes Ohr und kann Ihnen die oft gravierenden Unterschiede erklären, die die Wahl und den Preis für eine audiophile CD rechtfertigen:

Andreas, was heißt eigentlich audiophil? 

ANDREAS PAAR: Das kommt von lateinisch "audio" für "Hören" und griechisch "phil" für "Freund". Der audiophile Hörer ist demnach ein Freund des naturgetreuen Klangbilds. Bei audiophilen Tonträgern handelt es sich daher um CDs und LPs mit einer klanglich besonders hohen Auflösung und in einer Material-Qualität, die ein natürliches Hörerlebnis garantieren. 

Audiophile Tonträger haben in den letzten Jahren nicht nur bei uns immer größere Marktanteile erobert. Zum einen, weil sie meistens über eine aufwendigere Optik verfügen, aber vor allem, weil die Materialien, aus denen sie gefertigt sind, eine wesentlich bessere Wiedergabe ermöglichen. Kannst Du unseren Lesern etwas über die verschiedenen Materialien erzählen, die hier zum Einsatz kommen? 

ANDREAS PAAR: Klar, gerne! Die gewöhnliche, herkömmliche CD wird aus Polycarbonat, einem hitzebeständigen Kunststoff, hergestellt. CDs werden übrigens nicht gepresst wie Schallplatten, sondern in Spritzgussmaschinen gespritzt. Anschließend werden sie dann noch mit Aluminium bedampft. Bei einer CD werden Daten mit Hilfe einer von innen nach außen laufenden Spiralspur gespeichert, also umgekehrt wie bei der Schallplatte. Diese Spiralspur ist ungefähr sechs Kilometer lang und besteht aus sogenannten "Pits" (Gruben) und "Lands" (Flächen), in denen sich die musikalische Information befindet. 

Aber wo ist jetzt der Unterschied zu den höherwertigen CDs? 

ANDREAS PAAR: Die neuen SHM-CDs ("Super High Material Compact Discs") werden mit Platin bedampft. Das Platin schmiegt sich noch enger an die Pits und Lands, was zu einer besseren Auslesbarkeit der Musikdaten durch den CD-Laser und somit zu einem deutlich besseren Klang führt. Auch durch die Beschichtung mit reinem Silber oder Gold entstehen bessere Arbeitsbedingungen für den CD-Laser und somit ein besserer Klang.

Sind das die Ultimate HQ-CDs? 

ANDREAS PAAR: Nein, UHQCD steht für "Ultimate High Quality Compact Disc" und wurde von japanischen Spezialisten entwickelt. UHQCDs werden anders als herkömmliche CDs nicht aus Polycarbonat gefertigt, sondern aus einem Photopolymer gegossen und anschließend mit UV-Licht ausgehärtet. Als Kratzschutz kommt dann noch eine Schicht qualitativ besonders hochwertigen Polycarbonats darauf. Diese Kombination ergibt eine deutlich verringerte Spiegelung des Laserlichts im Inneren der CD und einen unerreicht präzisen Kantenübergang zwischen Pits und Lands der CD. UHQCDs sind zu 100 Prozent kompatibel mit normalen CD-Spielern. Musikalisch ergibt sich ein stark an analoge Masterbänder erinnerndes Klangbild. 

Das ist schon nachvollziehbar.  Aber welchen Stellenwert hat in diesem Ablauf das Aufnahmeverfahren bzw. der Remastering-Prozess? 

ANDREAS PAAR: Grundlage für audiophilen Klang ist natürlich in erster Linie das Aufnahme- bzw. Remastering-Verfahren. Wir unterscheiden hier Super-Audio-CD (SACD) Aufnahmen, die mit Direct-Stream-Digital im Megahertz-Bereich aufgenommen werden, im Gegensatz zu herkömmlichen CD-Aufnahmen, die im Kilohertz-Bereich aufgenommen werden. Der Anteil an Obertönen ist bei der SACD deutlich höher. Es gibt auch Remastering-Verfahren in 24 Bit-Technik bis hin zu 32 Bit-Aufnahmen. Die höhere Bitrate erzeugt eine höhere Auflösung.

Jetzt wird’s aber kompliziert… 

ANDREAS PAAR Leider sind herkömmliche, industriell gefertigte Musikanlagen nur bedingt geeignet, die technischen Möglichkeiten dieser Tonträger umfassend auszuschöpfen. Optimaler Hörgenuss kann fast ausschließlich auf den entsprechenden High-End-Wiedergabegeräten erzielt werden. Aber wenn man einmal den Unterschied gehört hat, ist man für die gewöhnlichen Tonträger verloren.

Das klingt ja gefährlich. Kannst Du noch ein paar Empfehlungen für unsere Leser aussprechen? 

ANDREAS PAAR: Ja, gerne.

Danke, Andreas.

ANDREAS PAARS EMPFEHLUNGEN:

1. Wojciech Rajski/Polish Chamber Philharmonic Orchestra – Beethoven: Sinfonie Nr. 9 / Tacet S 219 / SACD € 22,95 2. Carlos Kleiber/Wiener Philharmoniker – Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 4 e-moll / Deutsche Grammophon, Japan-Import, PLATINUM UCCG 40045 / SHM-CD € 39,95 3. Robert Shaw/Atlanta Symphony Orchestra & Chorus – Carl Orff: Carmina Burana / LIM / Ultra HD 32-bit € 47,95

Wojciech Rajski/Polish Chamber Philharmonic Orchestra – Beethoven: Sinfonie Nr. 9 

Bei dieser CD handelt es sich um eine Aufnahme, die mit Röhrenmikrophonen im SACD-Surround-Verfahren aufgenommen wurde. Der Inhaber des Labels TACET ist der deutsche Tonmeister Andreas Spreer, der über Deutschlands Grenzen hinaus für seine exzellenten Aufnahmen bekannt ist.

Carlos Kleiber/Wiener Philharmoniker – Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 4 e-moll 

Die Referenz-Einspielung des Werks. Für diese SHM-CD, die übrigens auf jedem CD-Player abspielbar ist, wurde ein besonders lichtdurchlässiges Polycarbonat verwendet, welches anschließend mit einer Platinschicht bedampft wurde. Dieses Verfahren führt zu einer besseren Auslesbarkeit der Musikdaten und ermöglicht einen wesentlich besseren Klang.

Robert Shaw/Atlanta Symphony Orchestra & Chorus – Carl Orff: Carmina Burana 

Carl Orffs prallsinnliche "szenische Kantate" nach mittelalterlichen Texten galt schon kurz nach ihrem Erscheinen 1990 als Referenzaufnahme. Aus der Telarc-Produktion Robert Shaws, die ohnehin auf hohem technischen Standard war, haben die Japaner mit ihrem 32-Bit-Remastering schlichtweg Sensationelles herausgeholt. Sowohl die treibenden Rhythmen als auch die dynamischen Unterschiede vom Fortissimo zum dreifachen Pianissiomo, alles klingt noch differenzierter und räumlicher.

1. Charles Munch/Boston Symphony Orchestra – Saint-Saens: Sinfonie Nr. 3, op. 78 / ANALOGUE PRODUCTIONS Living Voice, CAPC 2341 / CD € 39,95 2. Giuliano Carmignola/Sonatori de la Gioiosa Marca – Vivaldi: Le Quattro Stagioni / DIVOX AUDIO NAUTES 1402 / CD € 34,95 3. Anne Sophie Mutter/James Levine/WPh – Carmen-Fantasie / Ultimate HQ-CD 482436 / CD € 50,95

Charles Munch, Boston Symphony Orchestra – Saint-Saens: Sinfonie Nr. 3, op. 78, "Orgelsinfonie"

Diese Einspielung unter Charles Munch ist eine der berühmtesten Aufnahmen des gesamten "Living Stereo"-Katalogs. Sie wurde schon 1959 im Drei-Kanal-Stereo-Verfahren aufgenommen und zeichnet sich durch einen wuchtigen Orchester- und Orgelklang aus. Im Poco Adagio erklingt eine der schönsten Streicher-Passagen der gesamten Orchesterliteratur in schwebender Leichtigkeit. Das SACD-Remastering klingt nochmals besser als das Original.

Giuliano Carmignola/Sonatori de la Gioiosa Marca – Vivaldi: Le Quattro Stagioni

Ursprünglich ist diese CD mit den "Vier Jahreszeiten" beim Schweizer Label DIVOX erschienen. AUDIO NAUTES hat sie nun als 24-Karat-Gold-CD mit neuem Remastering von den Originalbändern wieder herausgebracht. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die CD bietet eine luftige und räumlich weite Abbildung mit wunderschöner Tonalität und vermittelt ein Gefühl für die Eigenschaften der einzelnen Instrumente.

Anne Sophie Mutter/James Levine/WPh – Carmen-Fantasie 

Eine der meistverkauften CDs von Anne-Sophie Mutter mit virtuosen Bravour-Stücken und lyrischen Werken von Tartini bis Massenet. Japanische Spezialisten haben erst vor Kurzem die "Ultimate High-Quality CD" entwickelt. Hier wird die CD aus Photopolymer gegossen und mit UV-Licht ausgehärtet. Zum Schutz des weicheren Photopolymers wird eine weitere Schicht hochreinen Polycarbonats als Kratz-Schutz aufgebracht. Die Kombination ergibt eine deutlich verringerte Spiegelung des Laserlichts im Inneren der CD und einen unerreicht präzisen Kantenübergange zwischen Pits und Lands. UHQCDs sind zu 100 Prozent kompatibel mit normalen CD-Spielern. Musikalisch ergibt sich ein exzellentes, stark an analoge Masterbänder erinnerndes Klangbild.

1. Gregorio Paniagua/Atrium Musicae de Madrid – La Spagna / Audio Nautes AN1603 / € 45,95 2. John Coltrane – Blue Train / Sieveking Sound CBNJ 81577 / SACD € 39,95 3. Tommy Flanagan Trio – Overseas / Overseas Sieveking Sound / SACD € 39,95

Gregorio Paniagua/Atrium Musicae de Madrid – La Spagna 

Spanische Tänze aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert, auf historischen Instrumenten eingespielt, schon 1980 aufgrund der stupenden Qualität eine Sensation auf dem Plattenmarkt. Sorgfältiger kann man eine Einspielung nicht aufbereiten. Es wurden alle Bänder, die später das Mastertape bedienten, neu arrangiert. Ein Klangwunder!

John Coltrane – Blue Train 

Ein Klassiker ist das John Coltrane-Album "Blue Train", dessen SACD-Klang die künstlerischen Qualitäten des genialen Jazzers noch tiefer offenbart und eine klangliche Intimität herstellt, die auf der herkömmlichen CD einfach nicht annähernd hörbar ist.

Tommy Flanagan Trio – Overseas
Aber auch das Tommy Flanagan Trio besticht in der Wiedergabe der SACD, die auf den akustischen Informationen des ausgezeichneten Musterlands von 1956 entstanden ist, mit wohltuend räumlicher Tiefe.

1. Stuttgarter Kammerorchester: Die Röhre –The Tube/Tube only – transistorfrei / Tacet 74 / € 20,95 2. Herbert von Karajan/Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert in Wien, 1978 / DG 24 bit 100 kHz Mastering / CD € 45,95 3. Fritz Reiner/Chicago Symphony – Nicolai Rimsky-Korsakoff: Scheherazade / Living Stereo / SACD € 39,95 4. Jahreszeiten – Die Stimme des Libanon: Katja Riemann liest Esel Annan / Edition Longplay/LP10 / € 23,95

Stuttgarter Kammerorchester: Die Röhre – The Tube – Tube only – transistorfrei 

Die Geschichte der Röhren-Aufnahmen fängt beim hochempfindlichen Röhren-Mikrofon von 1949 an, das einen wunderbar präsenten, warm tönenden Klang fast ohne Grundrauschen aufzeichnet. Eine Reihe weiterer komplizierter Verarbeitungsschritte führt zu einem auch heute noch kaum vergleichbaren Endresultat, wie die CD des Stuttgarter Kammerorchesters mit Werken der Barockmusik bei Tacet beweist.

Herbert von Karajan/Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert in Wien, 1978 

Der besonders brillante Klang wird hier von einer 24 Karat-Gold-CD wiedergegeben. Diese hat herkömmlichen CDs gegenüber den Vorteil, dass sie korrisionsbeständiger ist und daher eine längere Lebensdauer hat. Die Auswirkungen auf die akustische Qualität ist umstritten, man kann aber aufgrund des erstklassigen Materials sicher eine Verbesserung der klanglichen Differenzierung erwarten.

Fritz Reiner/Chicago Symphony – Nicolai Rimsky-Korsakoff: Scheherazade 

Der legendäre Living Stereo Sound ist unter anderem in dieser Aufnahme Fritz Reiners für die Ewigkeit auf einer SACD festgehalten worden. Es gibt heute noch kaum Vergleichbares, das dieser Aufnahmetechnik, die 1954 entwickelt wurde, gleichkommt und zudem eine Referenzaufnahme dieses Werks ist.

Jahreszeiten – Die Stimme des Libanon

In den letzten Jahren hat die schwarze Scheibe wieder ein Comeback gefeiert. Ihre Vorzüge sind keine Glaubenssache und nicht nur für echte Audiophil-Hörer nachweislich vorhanden, sofern man auch hier auf die Qualität des Materials achtet. So hat das Label "Edition Longplay" eine Reihe erstklassig produzierter 180g-Jazz-LPs herausgebracht, die in limitierter Edition (500) erschienen sind. Die Cover dieser LPs zeigen Reproduktionen zeitgenössischer Kunstwerke. Stellvertretend für die anderen Titel sei hier "Jahreszeiten – die Stimme des Libanon" genannt, die 2013 in einem Berliner Club live eingespielt wurde und die Legende vom ohrschmeichelnden Sound nachvollziehbar macht. Ein Besuch auf der Webseite des Labels lohnt sich!

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